Reisebericht August 2010

 

  FLO Cert

  Finca Algarve

  Vinecol

  Casa del Rey

  Inal/ Trivento

  Furlotti

 

Treffen mit Reinaldo Rodriguez von FLO Cert

Reinaldo berichtet, dass inzwischen mehrere Bodegas Fair Trade zertifizieren, u.a. einige mit denen wir vor längerer Zeit gesprochen hatten und die sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht entscheiden konnten und wo jetzt das Thema wieder aufgenommen wurde. Sicherlich hat Alta Vista als eine große Bodega hier Vorbildfunktion übernommen und zur Zertifikation angeregt. Alta Vista wurde von Reinaldo für ihr engagiertes Arbeiten im Zertifizierungsprozess gelobt. Außerdem informiert uns Reinaldo, dass es inzwischen auch in Brasilien die erste Bodega gibt, die Fair Trade zertifiziert. Vielleicht finden Sie bald den ersten brasilianischen Fair Trade Wein bei uns!

Mittagessen und Treffen mit der Finca Algarve

Endlich kommt etwas mehr Bewegung in den Zertifizierugsprozess: Einige Schwierigkeiten in Bezug auf den Kriterienkatalog von Flo Cert, wie z.B. dass einige Arbeiter nicht direkt, sondern über eine Kooperative angestellt sind, wurden mit den Flo Cert Leuten besprochen und gelöst. Z.B. dadurch, dass die Arbeitsverträge und deren Sozialbeiträge offengelegt werden, so dass Finca Algarve zeigen kann, dass die Kooperative gut arbeitet. Jetzt sind Die ersten Fortbildungen sind gegeben und nächsten Montag wird das Organo Mixto, das Team, das später die Fair Trade Prämie verwaltet, gewählt. Analia Oggieri, die die Fortbildungen gibt, berichtete uns, dass die Arbeiter interessiert und aufgeschlossen waren und wenn jetzt die Brüder Valdez mit den Papieren gut nacharbeiten, kann recht bald die Fair Trade Prüfung einberufen werden.

Vinecol (Bio)

Vinceol ist eine junge Bodega, die erst seit 1999 besteht. Vinecol hat sich entschieden biologisch und biodynamisch zu arbeiten. Vinecol hat 100 ha, die von ca 15 Leuten bearbeitet werden. De Bodega liegt in La Paz, im Osten Mendozas, fast an der Grenze zu St. Luis. Hier sieht man nicht mehr die die Silhouette der Anden, die einen sonst überall in Mendoza begleitet. „Hier gibt es nur Wein und Ziegen“, erklärt mir Pedro Dessel und erzählt mit stolz, dass viele der großen, herrschaftlichen Bodegas hier in dieser kargen Region ihre Trauben einkaufen. Er erklärt mir, dass sie Bio-Zertifikat sowohl für die Trauben wie auch in der Vinifizierung errungen haben. Bei der Vinifizierung heisst das, dass die Weine einen Höchstschwefelgehalt von 70 mg/l bei Rot- und 80 mg/l bei Weißweinen haben dürfen. Die Weine sind einfach zu trinken, fruchtig, sehr gut gefällt mir der Chardonnay 2010, in der Nase Biskuittöne und reife eingekochte Birne, im Mund sehr weich und cremige und fruchtige Noten, fast etwas exotisch, gute Säure. Der Malbec hat die tpischen Noten von roten und schwarzen Früchten, Kirschmarmelade, leichte Vanillenote, leichte Tannine. Vinecol ist sehr interessiert auch Fair Trade zu zertifizieren. Da wir unbedingt gute Bioweine in unser Sortiment aufnehmen möchten, werden wir sicherlich bald mit Vinecol zusammenarbeiten.

Casa del Rey – Monte Flores Weine

Ich treffe mich mit Philippe Rolet, Pablo Francisco und Mariela Gamillo, Leiterin Personalwesen. Beides junge Leute, die Feuer und Flamme für Fair Trade sind. „Auch wir haben viel gelernt in diesem Prozess. Wirklich viel von der Lebens-Realität der Arbeiter haben wir vorher nicht gekannt. Super ist für uns auch, dass sich durch die Fortbildungen die Arbeiter, der verschiedenen Fincas kennenlernen.“ erzählt Pablo. Nächsten Donnerstag werden unter den Repräsentanten der Arbeiter die verschiedenen Posten des Organo Mixto bestimmt., Jede Arbeitseinheit z.B. der verschiedenen Fincas oder der Arbeiter in der Kellerei, hat vorher ihre Repräsentanten gewählt. Mit Pablo, Mariela und Philippe besprechen wir viele verschiedene Details der Zertifizierung in Bezug au die Überweisung der Prämie und der Lizenzierung, damit sobald das Auditing vorbei ist, wir mit dem Verkauf beginnen können. „Wir müssen schnell verkaufen“, sagt Philippe, „damit die Arbeiter Ergebnisse sehen, sonst verlieren wir ihr Vertrauen.“ Im Anschluss werden mir zwei Arbeiter der Bodega vorstellt, die als Respräsentanten ausgewählt wurden sind. Herr Pereyra arbeitet seit 9 Jahren auf der Bodega Alta Vista und ist sichtlich stolz auf die Weine, die hier vinifiziert werden. „Es gibt wenige, die sich mit uns vergleichen können“, sagt er. „Aber wir arbeiten auch sehr sorgfältig“ betont er, „bei jedem Fass wissen wir, von welchen Parzellen die Trauben herkommen. Und gute Leute arbeiten hier.“ Fünf Personen sind sie, die die Fässer und Kellerei betreuen. 10 Leute, arbeiten in der Abfüllung. Ihr Repräsentant ist jung und sehr offen. Als wir ins Gespräch kommt, erzählt er , dass er erst einmal im Internet nachgelesen hat, was Fair Trade bedeutet. Und fügt hinzu, dass sie gerne sich mit Leuten austauschen würden, die schon länger Fair Trade arbeiten. „Ob wir Ihnen bei der Umsetzung der Fair Trade Projekte zur Seite stehen würden,“ fragt er? „Nicht nur Fair Wein,“ versichert Pablo ihnen, „auch wir von Alta Vista, Projektberichte, Kostenbudget usw., dass müsst ihr nicht alleine machen, das bringen wir Euch bei, da arbeiten wir gemeinsam dran.“ Es herrscht eine gute Stimmung und die vier Leute, aus so verschiedenen Arbeitsbereichen und Realitäten reden und scherzen zwanglos miteinander und wir alle sind gespannt, was das Abenteuer Fair Trade uns bringt. Alle fühlen wir die Verantwortung, aber auch de Chancen, die hier auf uns warten.

Inal - Otra Vida Weine

Die Begrüßung bei Inal, die die Trauben für die Otra Vida Weine produzieren, ist herzlich, inzwischen kennt man sich. Teresa erzählt, dass Sie gerade vom Arzt kommt und vielleicht operiert werden muss und Omar Chavez stellt mir stolz seinen kleinen Sohn vor. Wir überreichen unsere Fair Trade Prämie (Wir bezahlen 5 ct “Pflichtprämie über Trivento an Inal, die Inal beim Kauf der Trauben ausgezahlt werden, dann zahlen wir 9 Cent an Trans Fair und dann ghen weitere 7 Cent direkt an Inal). Mit einem Teil wird gleich die nächste Rechnung der Apotheke bezahlt, der andere Teil geht ins Sparschwein für einen Computer mit Internetanschluss. Immer öfter wird von den Schulkindern verlangt, dass Sie sich Sachen im Internet angucken und die Arbeiter brauchen Internet, damit sie mit Flo Cert kommunizieren können oder den Bodegas, die die Trauben kaufen. Außerdem hat die Inal von den Prämien, die sie von Trivento erhalten haben, etwa 500 Euro an die örtliche Schule gespendet, damit sie renovieren kann und einen Projektor anschaffen kann. 9 Jugendlichen haben Stipendien für die weiterführende Schule erhalten und eine für ein Ausbildung als Kindergärtnerin. Leider gibt es keine guten Nachrichten für das Großprodukt Krankenhaus, es gab keine großen Einnahmen dieses Jahr, denn in 2010 hat Trivento von einem anderen Produzenten gekauft ( von der Kooperative Vinas de la Solidaridad, von deren Premium-Trauben die Soluna Weine hergestellt werden). Die Prämie aller unserer Otra Vida 2009 geht aber weiterhin an Inal und wir hoffen, dass für die Ernte 2011 ein andere Bodega gefunden wird, damit das Krankenhausprojekt nicht in Gefahr gerät! Wir bleiben dran. Wenn wir diese Jahr alle 2009er verkaufen, können wir Inal 1440 Euro überweisen, das sind 7200 Pesos, hoffentlich ist das bald der Fall!

Furlotti

Marc erzählt, dass in diesem Jahr die Kooperative alle ihre Trauben als Fair Trade Trauben verkaufen konnten und dadurch eine ansehnlichen Prämie zusammengekommen ist. Ende September, wenn die Entscheidung gefallen ist, wie dieses Geld eingesetzt wird, berichten wir Ihnen!! Furlotti verkauft unter dem Namen „New Direction“ in den USA und hat 89 Punkte von Wine Enthusiast und 87 Parker-Punkte bekommen und das mit einem Wein, den Sie bei uns im Weinclub für unter 9 Euro bekommen. Fair zu sein, ist so ein wahrer Genuss.

 

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