Montes Flores - Zu Besuch im "Blumen-Wald"

Wir von Fair Wein besuchten 2012 zusammen mit Pamela, der Weinbau Ingeneurin, die Finca Vistalba im Valle de Uco, genauer im berühmten Weinanbaugebietes von Michel Roland „Clos de la siete“.
Es ist etwa eine Stunde Fahrt, und als wir bei Tunuyan vorbeifahren, liegt links von uns der Kindergarten, dem die Arbeiter der Finca Vistalba einen großen Herd für den Mittagstisch mittels der Fairtrade Prämie gespendet haben. Spontan halten wir für einen kurzen Gruß an und bereuen dies nicht, da sich nicht nur die Kinder über den Besuch freuen, sondern wir noch viele interessante Informationen erhalten.

 

 

 

In diesem Kindergarten werden mittags 57 Kinder verpflegt und abends 26. Die Abendschicht ist von 6-11 Uhr und es sind auch größere Kinder zugelassen. Diese Schicht ist nicht so sehr für nachtarbeitende Eltern gedacht, sondern vielmehr für die Eltern, die an den Abendkursen der Gemeinde teilnehmen wollen. In den Abendkursen können die Erwachsenen die Schule zu Ende machen, Koch/Backkurse belegen, Auto-Mechanik oder ein anderes Handwerk lernen, mit denen man sich ein Zubrot verdienen kann. Die Bevölkerung lebt hier hauptsächlich von den saisonalen Erntearbeiten und den Rest des Jahres mehr schlecht als recht – daher sind solche Initiativen äußerst wichtig.

 

Die Kindergärtnerinnen erzählen uns, dass die Spende der Finca Vistalba ordentlich für Aufsehen gesorgt hat und sogar das Fernsehen und örtliche Politiker bei der Übergabe mit dabei waren. Dadurch ist das Ministerium in Zugzwang geraten und hat endlich ein altes Versprechen, nämlich die Überschreibung eines eigenen Grundstückes, eingelöst. Die Kindergärtnerinnen sind sehr glücklich und voller Enthusiasmus dabei, das große Fest, das anlässlich dessen stattfindet, vorzubereiten und üben gerade eine kleine Vorführung mit den Kindern ein. Am 30. November 2012 wurde schließlich die Schenkungsurkunde in feierlicher Zeremonie überreicht. Das Schönste hierbei ist, dass wie durch einen Schmetterlingseffekt ausgehend von einer Idee eines Arbeiters, dessen Sohn in diesem Kindergarten war, eine eigentlich kleine Spende große Ergebnisse gebracht hat und eine enge Bindung zwischen der Bodega und dem Gemeinde-Kindergarten entstanden ist, die bestimmt noch mehr positive Früchte trägt.

 

Nach einer Weile fahren wir weiter und erreichen die Finca Vistalba, wo wir uns mit deren 15 Arbeitern treffen. Bei diesem ersten persönlichen Treffen ging es uns darum, sich kennenzulernen und ein wenig auszutauschen. Es ist uns von Fair Wein wichtig, dass auch die Arbeiter wissen, dass wir, unsere Partner und unsere Kunden auf der anderen Seite des Kontinents uns sehr wohl für sie interessieren. Und zum anderen wollen wir auch noch einmal direkt erfahren und nicht nur durch die Berichte der Bodega, was den Arbeiter an Fairtrade gefällt und was sie von der Verwendung der Fairtrade Prämie halten. Wie auch bei den anderen Bodegas finden die Arbeiter es sehr gut, dass sie jetzt auch von den Importeuren besucht werden und etwas darüber erfahren, wo der Wein verbleibt, dessen Trauben sie pflegen. Und zu unseren Fragen zur Prämie bekommen wir jetzt noch einmal aus erster Hand erzählt, was wir vorher per Mail von Seiten der Bodega gelesen haben:

Die Finca Monte Flores hat für alle Arbeiter und deren Familien Schuhe gekauft. Denn ein gutes Paar Schuhe, das ein Leben lang halten soll, ist mit einem einfachen Arbeitergehalt oft nicht bezahlbar - und schon gar nicht für eine ganze Familie. Die Finca hat ihre Arbeiter mit dem Schuhgeschäft verhandeln und die anschließende Verteilung der Schuhe selbst organisieren lassen. Darüber hinaus wurden zwei Spenden getätigt: an den erwähnten Kindergarten und an eine Krankenstation.

 

 

 

Jetzt haben die Arbeiter Lust eigene Projekte auf den Weg zu bringen, die sie selber gestalten können. Glücklicherweise wird dies sicher auch möglich sein, denn Monte Flores verkauft inzwischen über 200.000 Flaschen jährlich! Wir sind also schon sehr auf unseren nächsten Besuch gespannt. Außerdem haben uns die Arbeiter zu einem Asado auf der Finca eingeladen - noch ein Grund mehr nächstes Jahr wiederzukommen.

 

 

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